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Was haben Creator und Produktdesigner gemeinsam?

19. Okt.
2 Min. Lesezeit

Beide beginnen mit einer Idee und durchlaufen einen kreativen Prozess. Diese Frage stand im Mittelpunkt meines Talks „Von der Idee zum Produkt" beim FLOW Talentempfang in den IKONIC Studios in Berlin. Als CMF- und Innovationsdesignerin beschäftige ich mich damit, wie sich Produkte anfühlen: mit ihren Farben, Materialien und Oberflächen. Und ich glaube, wir lernen am meisten voneinander, wenn wir über die eigene Disziplin hinausschauen.


Neue Ideen entstehen dort, wo Perspektiven sich treffen

Kreative Prozesse sind selten linear. Ein Designprozess beginnt lange vor dem eigentlichen Projekt: Wir beobachten Menschen, Kultur und Veränderungen und sammeln Perspektiven aus ganz unterschiedlichen Welten, von Bedürfnissen und Trends bis zu Kunst, Technologie und Materialien. Nach und nach zeigen sich Muster, und wir beginnen, sie zu verbinden. Doch nicht jede Idee kann überleben. Wir filtern: Was ist relevant und begeistert Menschen wirklich? Was ist in Zeit und Budget machbar? Erst dann entscheiden wir uns für eine Richtung.


Jede Idee braucht ihren eigenen Weg

Manche Fragen klären wir in kurzen Sprints: eine klare Frage, eine offene Lösung, schnelles Lernen. Andere sind eine Langstrecke mit einem definierten Ziel und vielen geplanten Schritten: Eine neue Farbe für ein Serienprodukt kann vom Trend bis zur Produktion Jahre brauchen.


Ideen früh sichtbar machen

Eine Idee, die nur im eigenen Kopf existiert, versteht niemand sonst. Deshalb machen wir sie so früh wie möglich sichtbar, lange bevor sie fertig ist. Jeder Prototyp beantwortet eine andere Frage: Ein einfaches Modell zeigt, wie es aussehen könnte, ein Proof of Concept zeigt, ob es funktioniert, und ein Experience Prototype zeigt, wie es sich anfühlt. Manchmal ist ein Loungesessel die beste Referenz dafür, wie sich Komfort anfühlen soll. Und je früher wir testen, desto leichter lässt sich die Richtung ändern: Später im Projekt schafft jede Entscheidung neue Abhängigkeiten.


Die Vision bleibt, die Lösung darf sich verändern

Auf dem Weg zum Produkt gehören Kompromisse dazu. Entscheidend ist zu wissen, was Kern ist und was flexibel. Was kann ich nicht loslassen? Was hält meine Idee zusammen? Und wo bin ich frei, nach anderen Lösungen zu suchen? Die konkreten Farben, Materialien und Oberflächen dürfen sich ändern, solange das Gefühl bleibt.


Was Creator und Produktdesigner verbindet

Unterschiedliche Werkzeuge, ähnliche kreative Herausforderungen. Ob man ein Produkt gestaltet oder Content entwickelt, es kommt auf drei Dinge an:


  1. Beobachten, hinterfragen und verbinden.

  2. Den richtigen Weg für die eigene Idee finden.

  3. Ideen früh erlebbar machen.


Eine gute Idee ist erst der Anfang. Entscheidend ist, was man daraus macht. Danke an FLOW für die Einladung und an alle für die Gespräche danach.


Wer sich mit kreativen Prozessen auseinandersetzen möchte oder an einer Idee arbeitet, die ihren Weg noch sucht, kann sich gern bei mir melden: hello@hausmichel.berlin. Gemeinsam schauen wir uns die Fragestellung an und entwickeln eine Lösung, von der Idee bis zur Serie.


Fotos: Simon Chmel





 
 
 

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